Meine Arbeit im Projekt

Ich bin nun bald 4 Monate in Mexiko. In diesem Eintrag möchte ich euch einmal genaueres über meine Arbeit und mein Projekt erzählen.

Die Ciudad de los Niños bietet etwa 100 Kindern aus armen und benachteiligten Familien eine Möglichkeit in einer friedlichen Umgebung aufzuwachsen und zur Schule zu gehen. Auf dem Gelände des Projektes wohnen die Kinder unter der Woche. Es gibt hier eine Grundschule, Arztpraxis, Sportplätze und verschiedene Ausbildungstätten für handwerkliche Berufe. Die weiterführende Schulbildung wird von verschiedenen Schulen in Guadalajara übernommen.

Ich arbeite Vormittags in der Grundschule. Dort helfe ich Lehrern bei der Vorbereitung zwischen ihren Unterichtsstunden und der Pausenaufsicht. Nachmittags unterstütze ich eine Sportlehrerin in ihren Unterrichtsstunden. Anfangs dachte ich, dass 2 Personen für 20 Kinder pro Sportstunde nicht nötig sind. Da das Verhalten der Kinder allerdings oft sehr fordernd ist und es gerade in den letzten Wochen häufiger zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam, bin ich immer gut beschäftigt.

Ich würde gerne einige Bilder von meiner Arbeit in der Schule hinzufügen. Leider haben wir eine ziemlich strenge Richtlinie zum veröffentlichen von Bildern in denen Kinder zu sehen sind. In den nächsten Blogeinträgen werden auf jeden Fall wieder Bilder aus Mexiko folgen.

Vor Weihnachten möchte ich nun auch noch einmal auf das Spendenkonto der Jesuiten hinweisen. Das Freiwilligenprogramm und vorallem auch die Projekte bieten unglaubliche Möglichkeiten. Allerdings kostes das alles eine Menge Geld. Ich freue mich daher über jeden Beitrag.

Daten:

Empfänger: Jesuitenmission

IBAN: DE16 7509 0300 0005 1155 82

BIC: GENO DEF1 Mo5

Verwendungszweck: X38419

Día de Muertos

Mexikaner haben eigentlich immer einen Anlass zum Feiern und es gibt eine riesige Menge an Feiertagen. Einer der wichtigsten ist mit Sicherheit der Dìa de Muertos, der vom 31 Oktober bis zum 2 November stattfindet.

Der Dìa de Muertos entstammt ursprünglich einer alten indianischen Tradition. Im mexikanischen Volksglauben ist verbreitet, dass an einem Tag im Jahr die Toten zurück auf die Erde kommen um mit ihren angehörigen zu Tanzen und ein fröhliches Fest zu feiern. Schon in den Kulturen der Azteken wurde an diesem Tag gefeiert und für die Zeit des Festes Frieden mit allen Feinden geschlossen. Die spanischen Kolonialherren wollten diesen Brauch mit aller Macht abschaffen. Sie scheiterten daran und entschlossen sich als Kompromiss den Tag mit Allerheiligen und Allerseelen zu verbinden. So entstand ein bis heute einzigartiges Fest aus christlichem Glauben und uralten mexikanischen Bräuchen.

Ich habe meinen Dìa de Muertos mit den Kindern und Familien der Ciudad de los Niños gefeiert. Am Abend des 31 kamen wir zusammen, um gemeinsam zu singen zu feiern und natürlich auch das Pan de Muerto zu essen. Dabei handelt sich um ein Süßbrot das oft mit kleinen Totenschädeln aus Zucker geschmückt wird oder mit Schokolade überbacken wird. Dazu wurden die Altäre geschmückt. Die Altäre sind ein Andenken an die verstorbenen der Familie die mit Kerzen, Essen und persönlichen Gegenständen der Verstorbenen geschmückt werden.

Altar zum Gedenken an verstorbene Angehörige

Der Día de Muertos war bisher sicher das beeindruckendste Fest, das ich in Mexiko miterleben durfte. Der fröhliche und optimistische Umgang mit dem Tod ist sicher etwas Einzigartiges. Außerdem ist dieser Tag ein unglaublich interessantes Beispiel wie Kulturen sich vermischen können und aus zwei Kulturen etwas unglaublich schönes und fröhliches entstehen kann. Gerade in Zeiten wo immer häufiger über Cultural Appropriation diskutiert wird und viele Kulturen sich dadurch immer weiter voneinander abschotten ist dieser Feiertag ein unglaublich wichtiges Zeichen.

Die ersten Wochen

Ich bin nun seit etwa 7 Wochen in Guadalajara. Langsam fange ich an mich in meinen Alltag einzuleben und habe nun auch seit etwa 4 Wochen einen geregelten Arbeitstag.

Meine Aufgaben bestehen aus der Betreuung der Kinder in der Schule am Vormittag und Sportunterricht am Nachmittag. Während die Vormittage meist eher ruhig verlaufen, kann es in den Sportstunden nachmittags oft ziemlich chaotisch zugehen. Da die Stunden unter freiem Himmel bei etwa 30 Grad und mindestens 25 Kindern stattfinden kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen den Jungen die sich dann immer weiter hochschaukeln. Leider kommt es häufiger auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die für mich aufgrund meiner noch ausbaufähigen Spanischkenntnisse manchmal wirklich schwierig zu lösen sind. So langsam bekomme ich aber das Gefühl, das ich die Jungen besser verstehe und in den Stunden auch besser unter Kontrolle habe.

Außerhalb der Schule hatte ich Zeit Guadalajara und die Umgebung schon etwas genauer zu erkunden. Ein Höhepunkt war dabei sicher der Unabhängigkeitstag den ich mit meinem Mitfreiwilligen Johannes und Yael, einem Pränovizen aus der Kommunität feiern konnte. Ganz Guadalajara glich einer riesigen Kirmes mit Essensständen, Riesenrädern und Schießbuden. Das Gemeinschaftsgefühl und die Freude waren an diesem Tag überall zu spüren.

Ich füge nun noch einige Fotos von den Ausflügen der letzten Wochen hinzu. Von jedem einzelnen zu berichten wäre vielleicht nicht besonders spannend und würde den Rahmen hier sprengen.

Johannes, Yael und Ich am Unabhängigkeitstag

Ein Marktplatz in einem Dorf etwa 2 Stunden von Guadalajara entfernt

Bienvenido a Mexiko, Gringo!

13 August 2019. Nun war es endlich so weit und meine Reise nach Guadalajara ging am Dienstagmorgen los. Nach einem anstrengenden 14-stündigen Flug über Amsterdam und Mexiko-City wurden wir am Flughafen in Guadalajara von unserem Mentor Armando in Empfang genommen.

Während der Fahrt vom Flughafen zur Ciudad de los niños überkam mich zum ersten mal dieses wahnsinnige, unbeschreibliche Gefühl, das man hat, wenn man durch Guadalajaras Straßen fährt. Vor mir erstreckte sich kilometerweit ein Dschungel aus bunten Häusern, Strommasten und Wolkenkratzern. Auch nachts waren die Straßen voll mit Autos, Motorrollern und Bussen die in einem Tempo und Chaos über die Straßen rasten die jeden ordnungs- und regelbewussten Deutschen zur Weißglut bringen würden. Das gewöhnungsbedürftigste waren die riesigen gepanzerten Polizeiwagen, die mit Blaulicht und mindestens 3 bis 4 bis an die Zähne bewaffneten Soldaten auf der Ladefläche über Guadalajaras Straßen fuhren.

In den letzten Tagen hatte ich nun Zeit mit meinem Mitfreiwilligen Johannes das Gelände der Ciudad de los niños und die Stadt Guadalajara zu erkunden. Es ist schwierig die ganzen Eindrücke zu verarbeiten die jeden Tag auf einen einprasseln und dabei hat der richtige Arbeitsalltag nicht einmal begonnen. Unsere Tage haben wir gut gefüllt, mit Fußball spielen, Sightseeing in Guadalajara oder Tacos essen mit Pater Tello (diese waren so scharf, dass wir am Ende alle weinend am Tisch saßen).

Nach 6 Tagen fange ich nun langsam an mich in Mexiko einzuleben. Ich werde die folgende Woche nun nutzen noch etwas Spanisch zu lernen bevor dann am 26 der richtige Arbeitsalltag losgeht. Bis bald!

Paul

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